Auslieferung der HB-JNJ

Mitte Februar erhielt ich eine überraschende E-Mail vom Social Media Team der SWISS. Sie fragten mich, ob ich interessiert wäre die 10. Boeing 777 in Seattle abzuholen und mir ihr nach Zürich zu fliegen. Auch wenn das Datum damals noch nicht ganz klar war sagte ich natürlich zu. Wer würde denn bei einer solchen Gelegenheit nicht zusagen?

Zwei Tage vor Beginn der Reise bekam ich den Boarding Pass für meinen Flug nach Seattle. So traf sich am 10. März eine Gruppe von eingeladenen Gästen am Flughafen Zürich. Nach einer Vorstellungsrunde flogen wir zuerst zusammen nach Frankfurt. Von dort aus ging die Reise mit der "Queen of the Skies", der Boeing 747, weiter Richtung Seattle. Der lange Flug war sehr ruhig und nach rund 10 Stunden und 40 Minuten setzten wir in Seattle Tacoma auf der Piste auf. Ich war äusserst überrasche wir ruhig und modern diese, doch alten, Jumbos von Lufthansa noch waren.

Nach der Ankunft in Seattle (es war immernoch Samstag) hatten wir etwas freie Zeit zur Verfügung. Ein Teilnehmer, Tis Meyer, hatte schon genaue Pläne: Er hatte sich auf eine runde Planespotting im südosten des Flughafens vorbereitet. Ich durfte ihn begleiten uns so meine ersten US-Kurzstrecken-Flugzeuge fotografieren. Für mich war das natürlich ein besonderes Erlebnis. Ich hatte ja noch nie eine American Airlines 737 in natura gesehen!

Am Abend fuhren wir dann in die Stadt, und checkten in das Hotel ein. Ich wurde einmal mehr überrascht: Das Hotelzimmer welches wir von SWISS und Boeing offeriert erhielten war einfach grossartig! Jeder der Teilnehmer erhielt ein grosszügiges und modernes Einzelzimmer.
Ich genoss eine kurze Dusche bevor ich damit begann das Wichtigste auszupacken, meine Speicherkarten zu leeren und die Bilder zu sichern und natürlich die Batterien der Kameraakkus für den nächsten Tag wieder zu laden.

Am nächsten Morgen ging es als erstes zum Frühstück. Dieses wurde uns für die Dauer der Reise von Boeing offeriert. Ich hatte meine erste Begegnung mit dem, für mich eher speziellen, American Breakfast. Es war also wirklich sättigend!
 

Danach stand bereits unser erster Event an. Zusammen mit verschiedenen Gästen erhielten wir eine Besichtigungstour in Seattle und ich musste Feststellen: Die USA, oder Seattle, sehen wirklich so aus wie in all den Filmen! Wir stoppten auf unserer Tour an diversen Orten. Unter anderem beim Seattle Space Needle, dem ufoartigen Aussichtsturm in der Skyline von Seattle. Von dort oben hatte man einen wunderbaren Ausblick über die Stadt, die Agglomeration bis hinaus aufs Meer, den Hafen aber auch die Berge. Die einzigartige Lage von Seattle wurde mir auf dem Space Needle das erste Mal so richtig bewusst.

Nach einem Verpflegungsstopp an der Waterfront, bei dem es natürlich lokalen Fisch gab, fuhren wir weiter zu Bucher Aerospace. Diese Firma mit Sitz in Fällanden ZH produziert in Seattle spezialisierte und personalisierte Galleys und EMS-Systeme. Wir erhielten einen spannden Einblick hinter die Kulissen und erhielten als Erinnerunge einen Mini-Trolley als Stifthalter. Nach dieser spannden Führung ging es bereits weiter zum Nachtessen mit dem SWISS Delivery Team. Dieses Team ist für die Abwicklung in Seattle verantwortlich und nimmt unter anderem die Flugzeuge ab, kontrolliert die Kabine und prüft, dass alles so ist wie es sein soll.
Das Nachtessen entwickelte sich zu einer Party mit guter Musik, leckerem Essen und informativen Gesprächen.
Trotz der späten Uhrzeit und des umfänglichen Programms am nächsten Tag entschied ich mich zu Fuss noch etwas die Stadt zu erkunden. So war ich mit meiner Kamera und Stativ nochmals an der Waterfront und im Downtown um einige Eindrücke von Seattle festzuhalten.

Am Montag verbrachten wir viel Zeit in den Boeing Werken. Zuerst besuchten wir die Fabrik in Everett. Doch befor wir wirklich in die Produktionslinien durften, erhielten wir ein Briefing und einige Informationen. Beispielsweise: Das Fotografieren und Filmen in der Produktion ist strengstens Verboten! ...naja, wenn man nicht mit SWISS da ist! 
Die riesige Halle ist eigentlich nichts anderes, als eine Produktionslinie neben der nächsten, und natürlich der Fakt, das Boeing nicht Autos mit Massen a 2x5 Meter, sondern Jumbo-Jets oder Triple Seven mit Massen a 65x65 Metern produziert!
Bei unserem Besuch durchquerten wir zuerst die 747 und KC767 Produktionslinie, gefolgt von der 777-9X Produktionslinie, die damals noch streng geheim war. Dahinter folten dann die Produktionslinien von 777 und 787.
Wir durften damals bereits unter der Entwicklungstragfläche der brandneuen Boeing 777-9X stehen, welche wirklich nochmals eine Hausnummer grösser war als die der regulären 777 welche wir anschliessend Besuchten. Als wir die Produktionslinie entlang gingen, die scheinbar kein Ende nahm, gelangten wir zu einem Aussichtsbalkon von dem man über die 777 und 787 Linie sehen konnte. Uns wurde bewusst: Diese Halle ist gigantisch! Nun durften wir auch fotografieren; zum Neid der regulären Besichtigungstour welche dies nicht durften.

Nach diese sehr eindrücklichen Tour durch die Fabrik in Everett gingen wir mit dem Bus weiter zum Boeing Customer Experience Center in Renton. Dort erhielten wir detaillierte Informationen zur Boeing 777, ihre Qualitäten und die möglichen Anpassungen und Ausführungen. Der Referent erzählte auch über Boeing und was sie aus der Vergangenheit an Erfahrung gewonnen hatten, wie sie heute agieren und was die Zukunft bringen wird. Nach dem begleiteten Mittagessen bestehend aus Chips, Sandwich, Cookie und Getränk besuchten wir die Flugzeug Mock Ups. Das sind Demo-Rümpfe mit der edelsten Ausstattung die Boeing anbietet. Darin wird gezeigt, wie das Fliegen angenehmer gemacht werden kann, wie eine Kabine ausgestattet werden kann und was evtl. in Zukunft auf Fluggäste wartet.

 

Als dieser informative und anspruchsvolle Nachmittag sich zu Ende neigte fuhren wir mit dem Shuttle zurück ins Hotel, denn: Wir mussten uns chic machen! Das Delivery Dinner fand am heutigen Abend statt.
In einem sehr noblen Weingut in Woodinville durften wir ein elegantes und sehr leckeres Nachessen geniessen. Anwesend waren nicht nur hohe Gäste von SWISS, sondern auch von Zulieferern und Boeing selbst.

Zurück im Hotel mussten wir dann auch schon unser Gepäck wieder abgeben. Am nächsten Tag ging es wieder heimwärts...

Nun also, am Dienstag hiess es Abschied nehmen von Seattle. Wir checkten im Hotel aus und begaben uns zum Boeing Delivery Center in Everett. Dort eingetroffen betraten wir das Gebäude und durch die gläserne Fasade sahen wir sie schon: Die HB-JNJ, "unsere" 777! Im angrenzenden Konferenzraum gab es einen ausgedehnten Brunch mit weiteren Präsentationen von SWISS zur Boeing 777, deren Ziele und dem Einsatzgebiet. Anschliessend gab es die Möglichkeit der JNJ auf dem Vorfeld etwas näher zu kommen. Es wurden tausende von Fotos gemacht, Selfies geschossen und natürlich das Flugzeug von Nahem begutachtet. Doch viel zu schnell war es dann Zeit das Flugzeug von innen anzusehen, was natürlich niemand erwarten konnte, und doch wollte man noch nicht weil das Boarden des Flugzeugs auch bedeutete: Der Heimweg steht an.

Dennoch fiel der Abschied nicht ganz so schwer, da jeder von uns ein Business Class Ticket in der Hand hielt und wir uns schon auf das Entdecken des Inneren des Flugzeuges freuten. Eine Gelegenheit, die man während des Fluges ja nicht jeden Tag hat. Nach dem Start hatten wir einen erstklassigen Ausblick über die Rocky Mountains. Während des Fluges erhielten wir erstklassigen Service und viele weiter Erinnerungesstücke und Geschenke von SWISS.

Am Mittwoch morgen durften wir über Irland einen wunderschönen Sonnenaufgang geniessen und von dort an verging die Zeit wirklich wie im Flug. Im Handumdrehen waren wir schon in der Nähe von Genf, als uns der Pilot darüber informierte dass in Kürze zwei F/A-18 Kampfjets der Schweizer Luftwaffe zu aufsteigen würden. Zusammen mit den beiden Jets umflogen wir die Alpen und das Matterhorn, bevor sich die beiden Begleiter über dem Berner Oberland von uns trennten und wir bereits den Landeanflug auf Zürich begonnen. Als wir in Zürich aufsetzen und langsam zum Gate B39 rollten, nahmen wir innerlich bereits Abschied von unserer JNJ.

Dieser Ausflug nach Seattle war mit Sicherheit eines meiner besten Erlebnisse, welches mich mit Sicherheit mein Leben lang begleiten wird! Wir hatten einige phantastische Tage in den USA und auch sehr viel Glück mit dem prächtigen Wetter. Alles wurde auch bestens für uns Gäste vorbereitet und so kann ich SWISS und den zuständinge Personen nur ausdrücklich für diese Gelegenheit von Herzen danken!