Trip Report: British Airways Airbus A380

Mitte November ging ich auf eine besondere, kurze Reise. Samstag abends um 16:30 Uhr fuhr die S-Bahn Richtung Schaffhausen. Die S-Bahn wurde jedoch bald durch den InterCity Richtung Stuttgart, und anschliessend durch den ICE nach Frankfurt abgelöst. Um 21:00 Uhr traf ich schliesslich am Fernbahnhof des Frankfurter Flughafens ein. Nach einem kurzen Rundgang durch das "altbekannte" Terminal 1 fuhr ich mit dem Shuttle ins Terminal 2 und ging ins MOXY Hotel in der Nähe des Flughafens.

Am kommenden morgen, nach einer entspannten Nacht und nach einem leckeren Frühstück begab ich mich zurück an den Flughafen ins Terminal 2. Dort angekommen hielt ich Ausschau nach den Fluginformationen für den Flug BA903 nach London Heathrow. Das Gate war schon bekannt, also machte ich mich auf zur Passkontrolle und schlenderte noch etwas durch die Abflughalle, welche mich zuerst etwas verwirrt hatte: Im Terminal 2 des FRA ging man zuerst durch die Pass- und Bordkartenkontrolle, gelangt dann in die DutyFree Zone und erst vor dem jeweiligen Gate liegt die Sicherheitskontrolle! 

Nach etwa 30 Minuten öffnete diese Kontrolle, und ich entschloss mich ans Gate zu gehen. Von dort aus hatte ich immerhin einen Blick auf das Vorfeld und konnte so noch den einen oder anderen Flieger fotografieren. Einige tolle Flugzeuge, wie etwa die "70 Jahre - Retro" von Gulf Air, oder aber den ein oder anderen Lufthansa Jumbo konnte ich so noch erlegen. Bald aber folgte das eigentliche Highlight des Tages: Mein Flieger nach London! 

Mit dem Airbus A380 "G-XLEF" von British Airways, welcher knappe 8 Jahre alt war sollte es heute klappen. Dieser Flieger war zuvor noch an diversen Flughäfen wie Chateauroux, London und Madrid geparkt, da er wegen der Pandemie nicht fliegen durfte. Er verfügt über eine First Class mit 14 Sitzen, eine Business Class mit der alte "Yin Yang" Konfiguration und 97 Sitzen, einer Premium Economy (World Traveller Plus bei British Airways) mit 55 Sitzen und der Economy Klasse mit 303 Plätzen.

Die First Class ist im A380 von British Airways im unteren Deck in der Front platziert. Dahinter folgt die Business Class und dann die Economy Class. Im oberen Stockwerk startet British direkt mit der Business Class in der Front, gefolgt von der Premium Economy Class über den Tragflächen und im hinteren Teil des Rumpfes noch einmal die Economy Class. Spannend an dieser Konfiguration ist vor allem, dass die Eco im oberen Stock eine 2-4-2 Bestuhlung mit zusätzlichen Gepäckfächern und Ablagen an den Fensterplätzen aufweist, während im unteren Stock die Economy eine klassische aber moderne 3-4-3 Bestuhlung mit angenehm Platz besitzt.

Doch nun zurück zu meinem Flug. Es handelte sich dabei um einen Schulungsflug, um die Crew, welche nun auch seit vielen Monaten nicht mehr mit einem A380 geflogen war, wieder mit dem Flugzeug und den spezifischen Abläufen vertraut zu machen. Diese Trainingsflüge waren jedoch regulär buchbar und so nutzte ich meine Chance auf einen aussergewöhnlichen Kurzstreckenflug!

Das Boarding begann mit nur wenig Verspätung und ich war schon beim Betreten des Flugzeuges überwältigt von den riesigen Dimensionen des A380! Als ich zu meinem Platz, 28A am Fenster gelangte und die massiven Tragflächen durch das Fensterchen erblickte war ich erneut begeistert. Nach dem Boarding, der Flieger war nicht einmal halb gefüllt, ging es auch schon los. Von den Triebwerksgeräuschen hat man in der Kabine nur extrem wenig gehört. Viel prägnanter waren hingegen die Geräusche der Stellmotoren in den Landeklappen. Nach einigen Metern am Boden rollten wir schon bald auf die Startbahn und hoben nach einem Bruchteil der Piste ab. Kurz darauf verschwand unser Vogel in den Wolken. 

Über den Wolken; nein jetzt folgt kein Ohrwurm... Es ging jedenfalls schon bald los mit dem Service. Die Ansage der Cabin Crew wiess alle Aviatikfans darauf hin, dass wir doch bitte geduldig warten sollen bis der Service fertig ist. Anschliessend würde man uns gerne das Flugzeug zeigen. Ich ass also das kleine Pack Kartoffelchips und trank mein Fläschchen bevor wir dann von der Crew abgeholt wurden. Ein Flugbegleiter ging mit uns umgehend hoch in den oberen Stock, der auf diesem Flug leer war, und lies uns frei die Eco und Premium Eco erkunden. Wenig später, als wir mit den ersten Fotos durchwaren, zeigte er uns auch die Business Class in der bereits erwähnten Yin Yang-Konfiguration. Yin Yang desshalb, weil immer ein Business Sitz rückwärts entgegen dem vorwärtsfliegenden Passagier begegnet. Die Passagiere können zum Schutz der Privatsphäre eine kleine Trennwand hochfahren, oder aber sich während des Fluges unterhalten.

Als wir mit Fotos fertig waren, begann auch schon der Sinkflug nach London Heathrow. Beim Landen macht sich noch einmal die ungeheure Grösse dieses Airbus A380 bemerkbar: Vom "auf die Bahn schmettern" bis hin zum kräftigen Bremsen. Nach einigen Minuten, in denen wir an spannenden Besuchern des LHR vorbei rollten, gelangten wir an unser Gate am Terminal 5.

Von dort aus fuhr ich mit der flughafeneigenen Metro ins Hauptgebäude des Terminal 5 wo ich kurz ein passendes Mittagessen, Fish & Chips, verzehrte und anschliessend wieder zurück in den Satellit fuhr. Denn die Reise war noch nicht zu Ende! Am frühen Nachmittag ging es mit dem gleichen A380, wieder der G-XLEF noch weiter von London Heathrow nach Madrid Barajas! Wieder suchte ich meinen Platz, diesmal auf der anderen Seite am Fenster, und richtete mich ein. Nach einem sehr kurzen Rollen am Boden ging es in die Lüfte. 

Auf dem zweiten Flug heute war der Flieger wieder nur halb leer. Die Flugzeit war mit knapp zwei Stunden länger als der erste Flug und so konnten wir nach dem Bordservice den A380 erkunden. Die Flugbegleiterin, Marta, war äusserst freundlich und nett und teile uns einige interessante Fakten zum A380 und dessen Einsatz bei British Airways mit. Sie liess uns ausserdem in der Business Class probesitzen. Als wir den oberen Stock dann ausführlich anschauen konnten begleitete Sie uns einen Stock tiefer in die First Class, welche auf diesem Flug ebenfalls fast leer war. Auch hier durften wir probesitzen und von diesen Plätzen aus konnte man die grossen Rolls Royce Triebwerke erspähen. Bereits auf dem Weg zurück an unsere Plätze wurde der Sinkflug eingeleitet. Im prächtigen Sonnenuntergang landeten wir am frühen Abend im windigen Barajas.

Der Airbus A380 von British Airways hat mich positiv überrascht. War ich doch zuvor eher ein Gegner dieses "Super Jumbos" kann ich mir gut vorstellen zu zweit im Oberdeck einmal in die Ferien zu reisen. Auch der Service und die Flugbegleiter begegneten mir äusserst positiv und zuvorkommend. Wer weiss, wann ich das nächste Mal mit British Airways fliegen werde...